Vorstellungsgespräch – Welche Kleidung hat welche Wirkung?

Was ziehe ich zum Vorstellungsgespräch an?

Heute haben wir für euch den zweiten Gastbeitrag von Birgit Wolf, der Fachfrau für Business-Coaching, diemal zum Thema „Wirkung von Farben“.

Farben beeinflussen unser Denken und Empfinden, sie üben eine starke Wirkung auf die Psyche aus. Wie würden Sie zum Beispiel auf einen Polizisten in rosafarbener Uniform reagieren? Sicherlich wäre der Respekt vor ihm nicht allzu groß, weil mit Rosa automatisch eine gewisse Sanftheit und Zurückhaltung assoziiert wird. Von Autoritätspersonen werden auch Farben erwartet, die uns dieses Gefühl vermitteln.

Also sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Farben die man trägt, sowohl auf einen selbst als auch auf andere Menschen psychologischen und ästhetischen Einfluss haben. Denn durch Farben werden bestimmte Signale gesendet, die unser Gegenüber wahrnimmt und interpretiert, wenn auch meist nur unbewusst. Die Farbauswahl der Kleidung hat also eine Schlüsselstellung. Oft wird diese unterschätzt und erfolgt deshalb häufig nach dem Zufallsprinzip. Mit dem grundlegenden Wissen um die Symbolkraft der Farben können diese jedoch gezielt eingesetzt werden und so unter anderem das berufliche Image steuern.

Die passende Kleidung zum Vorstellungsgespräch

Eine professionelle Wirkung wird mit Dunkelblau, Grau oder Anthrazit erzielt. Diese Farben vermitteln einen seriösen, kompetenten, eleganten und selbstbewussten Eindruck. In Verbindung mit einem starken Kontrast, wie zum Beispiel einem weißen oder hellblauen Hemd, wird zudem Durchsetzungsvermögen und Diskussionsbereitschaft signalisiert. Hell-Dunkel-Effekte sind deshalb besonders für offizielle Veranstaltungen, wichtige Besprechungen oder Vorstellungsgespräche empfehlenswert. Zudem schaffen dunkle und kräftige Farben eine starke Präsenz.

Auch die Farbe Schwarz erzeugt eine kompetente Wirkung. Doch Vorsicht: für den beruflichen Alltag ist Schwarz nicht zu empfehlen, da man damit zu streng und autoritär wirkt. Zudem ist Schwarz eine Anlassfarbe, d. h. sie eignet sich für Hochzeiten, einen Besuch in der Oper oder Beerdigungen. Insbesondere Menschen, die beruflich nur selten klassische Businesskleidung tragen müssen, neigen dazu sich einen schwarzen Anzug zu kaufen, in der Meinung damit generell das richtige Kleidungsstück im Schrank zu haben. Besser ist in diesen Fällen jedoch ein dunkelgrauer oder dunkelblauer Anzug.

Auf den Farbverlauf kommt es an

Für eine seriöse Wirkung soll der Farbverlauf von oben nach unten und von innen nach außen dunkler werden. Dies bedeutet, dass ab der Taille die dunkleren Farben beginnen, Hemd, Bluse oder Shirt sind heller als Jackett oder Blazer. Im umgekehrten Fall wird eine eher extravagante Ausstrahlung erzielt.

Im Gegensatz zum Business-Outfit, bei dem maximal drei verschiedene Farben kombiniert werden sollen, haben viele und bunte Töne Freizeitcharakter. Leger wirken auch helle und pastellige Farben. Ton-in-Ton-Kombinationen zum Beispiel in den Naturfarben Beige, Hellbraun oder Khaki erzeugen garantiert ein harmonisches Gesamtbild. Schwache Kontraste in den Kleidungsfarben lassen den Träger einfühlsam, umgänglich und angepasst erscheinen. Denn: Je schwächer die Farbabstufung zwischen den einzelnen Kleidungsstücken ist, desto weniger Autorität steckt in der Botschaft.

Leuchtende Farben dagegen hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck. Deshalb sollte zum Beispiel ein kräftiges Rot, Orange, Gelb oder Grün im Berufsleben nur sparsam dosiert eingesetzt werden. Oder möchten Sie, dass am Ende die Farbe Ihrer Kleidung weit mehr in Erinnerung bleibt als Ihre Persönlichkeit?

Birgit Wolf, My Personal Style, Agentur für moderne Umgangsformen und Business-Etikette, www.my-personal-style.de

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