Arbeitszeugnis Formulierungen und wie man sie entschlüsselt

Arbeitszeugnis FromulierungenNach jeder Beendigung eines Arbeitsverhältnisses steht einem ein Arbeitszeugnis zu. Der Arbeitgeber ist zur Ausstellung verpflichtet und außerdem dazu, es positiv zu formulieren, um den beruflichen Werdegang des Arbeitnehmers nicht negativ zu beeinflussen. Dieser Umstand führt dazu, dass sich für Arbeitszeugnisse eine ganz eigene Sprache entwickelt hat, die oft zu Problemen bei ihrer Entschlüsselung führt. Da hier die Formulierungen nicht einheitlich festgelegt sind, kommt es oft zu Verständnisproblemen sowohl beim Arbeitnehmer als auch bei zukünftigen Arbeitgebern.

Übersicht der  Formulierungen im Arbeitszeugnis

Wir wollen euch ein bisschen helfen, die oft doppeldeutigen Formulierungen in Arbeitszeugnissen zu verstehen.

Die nachfolgenden Bewertungen gelten natürlich nur als Richtlinie, da es auch sein kann, dass sie, in einem anderen Kontext formuliert, doch eine abweichende Bedeutung haben.

Sehr gute Leistungen im Arbeitszeugnis

  • „…stets zu unserer vollsten Zufriedenheit…“
  • „…in jeder Hinsicht außerordentlich zufrieden stellend…“
  • „…stets mit äußerster Sorgfalt und größter Genauigkeit…“
  • „…Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war stets vorbildlich…“
  • „…erreichte herausragende Arbeitsergebnisse…“
  • „…verfügt über hervorragende und fundierte Fachkenntnisse…“

Gute Leistungen im Arbeitszeugnis

  • „…mit den Leistungen voll und ganz zufrieden…“
  • „…arbeitete stets gewissenhaft und zuverlässig…“
  • „…verfügt über umfassende Fachkenntnisse…“
  • „…erledigte Aufgaben stets zur vollen Zufriedenheit…“
  • „…zeigte stets Initiative, Fleiß und Ehrgeiz…“
  • „…Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war einwandfrei…“

Befriedigende Leistungen im Arbeitszeugnis

  • „…erledigte Aufgaben zur vollen Zufriedenheit…“
  • „…hat den Erwartungen in jeder Hinsicht entsprochen…“
  • „…gute Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Mitarbeitern…“
  • „…waren mit seinen Leistungen jederzeit zufrieden…“
  • „…verfügt über solide Fachkenntnisse…“
  • „…fand sich in neuen Situationen zurecht…“

Ausreichende Leistungen im Arbeitszeugnis

  • „…erledigte Aufgaben zur Zufriedenheit…“
  • „…hat den Erwartungen entsprochen…“
  • „…die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Mitarbeitern verlief meist reibungslos…“
  • „…arbeitete sorgfältig und genau…“
  • „…waren mit seinen Leistungen zufrieden…“
  • „…seine Arbeitsergebnisse entsprachen den Anforderungen…“

Mangelhafte Leistungen im Arbeitszeugnis

  • „…erledigte Aufgaben im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit…“
  • „…hat Arbeiten mit großem Fleiß und Interesse durchgeführt…“
  • „…war in der Regel erfolgreich…“
  • „…bemüht den Anforderungen zu entsprechen…“
  • „…war stets um ein gutes Verhältnis zu Mitarbeitern und Vorgesetzten bemüht…“
  • „…sein persönliches Verhalten war insgesamt einwandfrei…“

Ungenügende Leistungen im Arbeitszeugnis

  • „…bemüht, die übertragenen Arbeiten zu unserer Zufriedenheit zu erledigen…“
  • „…war bestrebt…“
  • „…hatte zu den Mitarbeitern ein weit besseres Verhältnis als zu den Vorgesetzten…“
  • „…zeigte für die Arbeit Verständnis und Interesse…“
  • „…die Qualität seiner Arbeit entsprach meistens den Anforderungen…“
  • „…bemüht, sich an neue Situationen anzupassen…“

Ihr seht schon, es ist oft knifflig die Formulierungen in Arbeitszeugnissen richtig zu entschlüsseln. Und was im ersten Moment als gutes Zeugnis anmutet, ist in Wahrheit vielleicht eher ein Armutszeugnis.

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