Elektroautos müssen Lärm machen

Im Zuge der Umstellung auf alternative Energien erhält die Entwicklung von Elektroautos einen kräftigen Schub. Schon im Jahr 2020 sollen auf deutschen Straßen 1 Million von ihnen unterwegs sein. Was gut für die Umwelt ist, birgt allerdings ein verkehrstechnisches Problem: Elektroautos machen so gut wie keinen Lärm, weil bei ihnen ja das typische Motorengeräusch fehlt und können deshalb eine Gefahr für schwächere Verkehrsteilnehmer darstellen.

Für Ingenieure und Sounddesigner bedeuten die neuen Elektroautos also jede Menge Arbeit. Weil sie zu leise sind, müssen sie mit einem künstlichen Motorengeräusch ausgestattet werden, so lautet ein Beschluss der UNO. Das Geräusch muss aber zum Fahrzeug-Typ passen und es sollte an ihm auch erkennbar sein, ob das Auto gerade beschleunigt oder verzögert.

So stellt das fehlende Motorengeräusch einerseits eine Gefahr für schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer, und insbesondere für sehbehinderte Menschen dar, denen der Auto-Lärm hilft, sich sicher im Straßenverkehr zurechtzufinden. Andererseits gehört für viele PS-Fans ein röhrendes Motorengeräusch mit zum Fahrspaß und sie wollen darauf auch bei einem Elektroauto nicht verzichten.

Bisher haben sich die meisten Hersteller gegen künstlich erzeugte Motorengeräusche entschieden, sondern wollen durch gezielte Verstärkung den Sound von Elektroautos lauter und besser hörbar machen. Doch einige Zulieferer bieten schon jetzt eigene Soundpakete mit Lautsprechern an, mit denen man sein Auto per Knopfdruck wie einen Rennwagen oder auch wie das „Raumschiff Enterprise“ klingen lassen kann. Ob zweiteres dann jedoch straßentauglich ist, sei dahingestellt. Deshalb werden momentan vom Bundesverkehrsministerium Zulassungsregularien festgelegt, an denen sich Autobauer und -fahrer zukünftig orientieren müssen.

Komisch ist nur, dass bei den Argumenten für Elektroautos immer auch vom Lärmschutz gesprochen wurde und sie nun aber zum Krach machen gezwungen werden.

Man kann gespannt sein, wohin die Entwicklung führt, vielleicht können wir ja irgendwann die jeweils gewünschten Motorengeräusche aus dem Internet downloaden?

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