Umgangsformen – Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance!

Ihr kennt Birgit Wolf, die Fachfrau für Business-Coaching, ja schon von unserem Interview mit ihr. Ab heute wird es bei uns in regelmäßigen Abständen Gastbeiträge von ihr zu lesen geben und wir starten die Reihe mit ihrem Artikel zum Thema richtige Umgangsformen im Geschäftsleben.

„Es kommt schließlich nur auf die Leistung an“, diese Aussage hört man oft, wenn die Rede von Umgangsformen im Berufsleben ist.

Doch ist diese Annahme wirklich richtig? Reicht es tatsächlich aus, sich auf  fachlicher Ebene genug anzustrengen, damit sich beruflicher Erfolg einstellt? Sicherlich ist die fachliche Qualifikation das A und O, also die Eintrittskarte, um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden und im Berufsleben bestehen zu können.

Bei der Konzentration auf inhaltliche Aspekte wird jedoch häufig unterschätzt, wie viel Einfluss auch das äußere Erscheinungsbild und souveräne Umgangsformen auf einen kompetenten und professionellen Auftritt haben. Denn Kommunikation erfolgt nicht nur verbal, sondern auch nonverbal und zwar bereits vom ersten Moment einer Begegnung an.

Ob man es nun gut findet oder nicht, unbewusst beurteilen wir alle unsere Mitmenschen zunächst nach dem ersten Eindruck. Innerhalb von 5 Sekunden entscheidet sich, ob man sympathisch oder unsympathisch, kompetent oder inkompetent, selbstbewusst oder schüchtern wirkt. Eine zentrale Rolle spielen einige, wenige Schlüsselreize: dazu zählen die gesamte Erscheinung und Ausstrahlung, also Farbe und Stil der Kleidung, Frisur, Accessoires sowie die Körpersprache in Form von Stimme, Mimik, Gestik und Körperhaltung. Diese verschiedenen Eindrücke werden blitzschnell zu einem Gesamtbild zusammengefügt.

Und dieser erste Eindruck steht zunächst im Raum und ist, zumindest für einen gewissen Zeitraum, nur schwer revidierbar. Auf diese Weise wird eine Vertrauensbasis geschaffen (oder auch nicht), die durchaus ausschlaggebend für den weiteren Verlauf der Beziehungen sein kann. Ergibt sich jedoch die Möglichkeit einer Person öfter zu begegnen, so fügen sich im Laufe der Zeit weitere Eindrücke dem ersten hinzu. Infolge dessen kann das Urteil natürlich auch vom ersten abweichen. Zu späterer Zeit ergibt sich dann wie bei einem Mosaik ein komplettes Bild. Doch gerade im Geschäftsleben gibt es immer wieder Situationen in denen es keine zweite Chance gibt. Klassische Beispiele sind das Vorstellungsgespräch und Besprechungen mit externen Entscheidungsträgern.

Anhand der entscheidenden Schlüsselreize fällt auf, dass der erste Eindruck vor allem visuell geprägt ist. Das Äußere des Menschen und welche – bewussten oder unbewussten – Botschaften damit sowohl gesendet als auch empfangen werden, spielt also eine zentrale Rolle. Der tatsächliche Stellenwert wird durch eine Studie untermauert, in der nachgewiesen wurde, dass die Wirkung einer Person nur zu 7% davon abhängt, was diese tatsächlich sagt. Weit mehr, nämlich 38% werden durch den Tonfall vermittelt. Die „restlichen“ 55% werden durch nonverbale Signale beeinflusst, also durch Körpersprache, Kleidung und Aussehen.

Fazit: Fachliche Qualifikation ist wichtig, doch wer diese durch entsprechendes Auftreten, Erscheinungsbild und Umgangsformen unterstreicht, hat es leichter, berufliche Kompetenz zu vermitteln. Darauf zu achten, wie man wirkt, was man bewirken will und welche innere Einstellung dem Gegenüber gezeigt werden soll, hilft an Kraft und Ausstrahlung zu gewinnen und die Wirkung der eigenen Person bewusst einzusetzen. Und zwar vom ersten, unter Umständen entscheidenden Moment an.

Birgit Wolf, My Personal Style, Agentur für moderne Umgangsformen und Business-Etikette, www.my-personal-style.de

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