Durch Ingenieurmangel verliert deutsche Wirtschaft 3,3 Milliarden

Der Ingenieurmangel wird immer größer: im Jahr 2010 fehlten deutschlandweit durchschnittlich 36.000 Ingenieure. Das besagt die aktuelle Studie „Ingenieurarbeitsmarkt 2010/11 – Fachkräfteengpässe trotz Bildungsaufstieg“ von VDI und IW (Institut der deutschen Wirtschaft Köln). Der Wertschöpfungsverlust, der aus diesem Mangel für die deutsche Wirtschaft resultiert, beträgt laut VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs 3,3 Milliarden.
Der Ingenieurmangel stieg im Lauf des Jahres 2010 um 50 Prozent an, während die Arbeitslosenquote in dieser Berufssparte durchschnittlich bei nur 2,4 Prozent lag, was einer Vollbeschäftigung der Ingenieure entspricht.

Laut IW-Geschäftsführer Dr. Hans-Peter Klös liegt das Potential um den Ingenieurmangel zu decken auch bei Kindern von Nicht-Akademikern. Diese so genannten Bildungsaufsteiger haben gerade im Ingenieursberuf die besten Chancen, jedoch müssen sie durch eine Vereinfachung der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung noch mehr für eine Ingenieurkarriere begeistert werden.
Doch obwohl auch im Jahr 2009 die Absolventenzahl ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge wieder um 9 Prozent angestiegen ist, reicht dieser Zuwachs nicht aus, die drohende Ingenieurlücke zu schließen.
Einen wichtigen Schritt um mehr Schüler auf die Möglichkeit einer Ingenieurkarriere aufmerksam zu machen sieht der VDI in der Veränderung der Unterrichtsgestaltung. So sollen Schüler schon von Anfang an mehr an Technik herangeführt werden, um so ein größeres Verständnis und mehr Akzeptanz zu gewährleisten.

Das ist auch dringend notwendig, denn den Zahlen zufolge wird der Ingenieurmangel immer mehr anwachsen und wahrscheinlich schon 2011 einen neuen Höchststand erreicht haben.

Also eigentlich beste Aussichten für euch Ingenieure einen guten Job zu ergattern!

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4 Antworten

  1. Anti-Lobbyist sagt:

    Lobby-Lügen zur Motivierung, wenn die Einschreibefristen wieder aktuell sind. Die Joblage sieht anders aus wie beschrieben, zwar nicht diametral, aber doch bedeutend schlechter. Und je mehr auf den Zug aufspringen, desto schlimmer. Man hat durch den weitgehenden Eintstellungsstopp gegen Ende 2008 bis Ende 2009 einen gewaltigen Absolventenpuffer erschaffen. Nur weil in der Arbeitslosenstatistik bei den Ingenieuren die Quote nicht nach oben geschnellt ist, bedeutet das lange nicht, dass jeder einen Job gefunden. Bei uns hats im März 2009 40 Prozent der Leute im Maschinenbau zerissen, sprich bis heute keinen Ingenieurjob, dafür Zweitstudium, Nebenjob und Vollzeit fachfremd. Und 10 Prozent sind ins Ausland gegangen.

    • Lisa sagt:

      Hallo Anti-Lobbyist,
      vielen Dank für den Kommentar. Der Arbeitsmarkt für Ingenieure unterliegt sicherlich nicht einer gleichmäßigen Nachfrage. In den letzten Jahren waren die Unternehmen auch zurückhaltender in der Einstellungspolitik.
      Konkret können wir hier nur für unseren Bereich sprechen und wir suchen aktuell massiv nach Nachwuchskräften und erfahrenen Ingenieuren mit einem Background in der Softwareentwicklung im Automotive-Bereich.

      • lieber_nicht sagt:

        Ich lese gerade deinen Beitrag und mir falle sofort zwei Videos ein. Das erste ist „Über Ingenieursdienstleister und einen Audi-Personalchef in Erklärungsnot“ [http://www.youtube.com/watch?v=IIV-P6K2t4M]. Zu dir fällt mir das hier ein. „Verdeckte Lobbyarbeit als Manipulation zum Nutzen von Politik und Wirtschaft (ZAPP NDR)“ [http://www.youtube.com/watch?v=LF__pl5Sl5g].

        Die Meinung von Anti-Lobbyist kann ich (leider) nur bestätigen.

        Viel Spaß noch bei der Deppenjagt und hoffentlich lockst du nicht allzu viele in Arbeitslosigkeit und Armut.

        • Lisa sagt:

          Danke für den Kommentar. Was unseren Bereich angeht, können wir diese Meinung nicht bestätigen. Wir sind massiv auf der Suche nach fähigen Ingenieuren und haben im Bereich Automotive eine Vielzahl von Stellen im Angebot.

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