Fachkräftemangel mit ausländischen Ingenieuren beheben

Schon 2011 sah Frau von der Leyen im Fachkräftemangel die größte Bedrohung für die Wirtschaft in den kommenden Jahren. In den sogenannten MINT-Fächern, damit sind Mathematik, Ingenieur-, Naturwissenschaften und Technik gemeint, wächst die Zahl der fehlenden Kräfte durch den demografischen Wandel: Mehr und mehr Fachkräfte gehen in Rente, neue wachsen nicht nach.

Allerdings muss die Frage erlaubt sein, ob die Not zum Teil nicht hausgemacht ist. Ein Studienabschluss aus Deutschland gilt im Ausland als hervorragende Referenz. Im eigenen Land scheint man die Absolventen lieber ziehen zu sehen. So wenigstens stellt sich die Situation für ausländische Studenten dar. Gelingt es ihnen nicht, einen Arbeitsplatz zu erringen, dürfen sie kaum genug arbeiten, um ihr Überleben zu sichern. Darüber hinaus entscheiden die Behörden, ob der Minijob als „der Qualifikation angemessen“ gilt. Gelingt es einen Arbeitsplatz zu finden, ist die Aufenthaltserlaubnis zunächst auf drei Jahre befristet und muss dann erneuert werden. Das macht das Bleiben für viele unattraktiv.

Die Studiengänge sind hoch subventioniert durch Vater Staat und kosten den Steuerzahler jährlich Millionen. Bei der derzeit herrschenden Praxis verliert Deutschland jedes Jahr das Potenzial, in das es vorher investiert hat. Die Fachkräfte-Lücke soll nun mit aus dem Ausland angeworbenen Ingenieuren gefüllt werden.

Lassen wir Zahlen sprechen:

  • Der Mangel an Fachkräften beträgt schon heute mehr als 177.000 Fachkräfte laut dem Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)
  • 2009 studierten 235.000 Ausländer an deutschen Universitäten
  • Von dieser großen Zahl ausländischer Studenten zählte der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) weniger als 5000 Absolventen, die nach dem Studium in Deutschland blieben

Neben Vorbehalten, die sich auf der Seite der potenziellen Arbeitgeber vermuten lassen, ist auch die Gesetzeslage nicht entsprechend. Ein für Juni durch von der Leyen anberaumter „Fachkräftegipfel“ wird daran möglicherweise nichts ändern: Das Thema ist unpopulär und erzeugt höchstens Unmut in der Regierungskoalition, wenn es zur Sprache kommt. So ist mit einer Änderung der Situation nicht zu rechnen.

Doch die wäre dringend nötig. Es geht hier nicht nur um die ausländischen Studenten, die in Deutschland studiert haben. Auch diejenigen Ingenieure, die im Ausland den Abschluss erwarben und nun in Deutschland nach einer Anstellung suchen, sehen sich einem unentwirrbaren Gesetzesdschungel gegenüber. Zur Anerkennung von Abschlüssen, die im Ausland erworben wurden, gibt es 400 Stellen, die sich mit dem Thema befassen. Dem gegenüber stehen jedoch lediglich zwei Servicestellen zur Erschließung ausländischer Qualifikationen. Hier wird sich aktiv um die Integration ausländischer Fachkräfte bemüht.

So wird laut einer Studie von Martina Müller-Wacker zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen hier „brain waste“ betrieben. Zum Nachteil der heimischen Wirtschaft.

 

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1 Antwort

  1. Robin sagt:

    Super, dass hier immer soviel geschrieben wird.

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