Probezeit – Kündigungsfrist und weitere Infos

Heute möchten wir uns mal einem Thema widmen das euch erwartet, wenn eure Bewerbung erfolgreich war und ihr euren Traum-Job ergattert habt: der Probezeit. Denn damit geht es erst so richtig los, weil viele Arbeitgeber diese als letzte Phase des Recruiting-Prozesses sehen.

Beide Seiten, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sollten die Probezeit nutzen um sich gegenseitig besser kennen zu lernen. Der Arbeitgeber muss herausfinden, ob der Arbeitnehmer die ihm anvertrauten Aufgaben zufrieden stellend ausführt und auch im täglichen praktischen Arbeitsablauf zur Stelle passt. Denn oft lässt sich erst nach einiger Zeit feststellen, ob der Bewerber, der sich im Vorstellungsgespräch super verkauft hat, auch unter realen Bedingungen die Arbeitsanforderungen erfüllen kann. Der Arbeitnehmer hingegen muss sich klar werden, ob der Job so ist, wie er sich ihn vorgestellt hat und ob er seine Anforderungen erfüllt. Er kann in der Probezeit das Unternehmen, die Strukturen und seine Möglichkeiten kennen lernen.

Die Probezeit ist von gesetzlicher Seite nicht vorgeschrieben, sondern wird individuell arbeitsvertraglich festgelegt. Üblicherweise beträgt der zeitliche Rahmen drei bis sechs, höchstens jedoch neun Monate. Das vereinbarte Einkommen wird in der Probezeit grundsätzlich nicht vermindert.

Urlaub während der Probezeit

In den meisten Fällen besteht während der Probezeit eine Urlaubssperre. Das heißt man hat zwar Anspruch auf Urlaub und dieser wird auch angesammelt, aber er darf eben nicht während der Probezeit genommen werden. Nach der Probezeit können dann die angesammelten Urlaubstage frei genommen werden; geht die Probezeit über einen Jahreswechsel, kann der Urlaubanspruch mit in das neue Jahr genommen werden. Eine Urlaubssperre ist zwar nicht unbedingt erfreulich, aber durchaus sinnvoll, schließlich sollen Arbeitgeber und –nehmer sich in der Probezeit kennen lernen und das geht schlecht, wenn der Arbeitnehmer die Hälfte der Zeit nicht da ist, weil er seinen gesamten Jahresurlaub nimmt. Für den unerfreulichen Fall der Kündigung während der Probezeit, wird der angesammelte Urlaub ausbezahlt oder der Urlaub kann am Ende der Probezeit genommen werden.

Krankheit während der Probezeit

Solltet ihr während eurer Probezeit krank werden, bekommt ihr eine Lohnfortzahlung, wenn ihr davor mehr als vier Wochen ununterbrochen in diesem Arbeitsverhältnis beschäftigt wart. Fällt aber ein Arbeitnehmer krankheitsbedingt innerhalb der Probezeit für mehr als zehn Tage aus, so wird diese entsprechend verlängert.

Kündigung während der Probezeit

Das ist natürlich ein unangenehmes Thema – für beide Seiten. Prinzipiell gilt während der Probezeit für Arbeitnehmer wie für Arbeitgeber eine Kündigungsfrist von zwei Wochen. Eine Kündigung kann bis zum letzten Tag der Probezeit schriftlich ausgesprochen werden. Ist das der Fall muss noch für zwei Wochen nach der Probezeit im Unternehmen weitergearbeitet werden, dann endet das Anstellungsverhältnis.
Wenn ihr euch dazu entscheidet zu kündigen, weil der Job doch nicht zu euch passt, ok. Werdet ihr jedoch innerhalb der Probezeit gekündigt, ist das erst mal ein harter Schlag, der am Selbstwertgefühl kratzt. Doch es kommt natürlich auch auf die Gründe an, aus denen eine Kündigung ausgesprochen wurde: ist sie betriebsbedingt, weil das Unternehmen wirtschaftliche Probleme hat, oder hat sie mit eurer Arbeitsweise zu tun? Ihr solltet also die Gründe selbstkritisch erforschen. Das ist auch wichtig für spätere Bewerbungen: ein Verschweigen der Kündigung bringt nämlich nichts. Besser ist es eine plausible Erklärung parat zu haben, warum die Erwartungen eures ehemaligen Arbeitgebers nicht mit den eurigen in Einklang gebracht werden konnten. Versucht dabei natürlich euch in ein positives Licht zu rücken, schimpft jedoch auch nicht auf den vorherigen Arbeitgeber, sonst wirkt ihr illoyal.

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