Auto und Internet wachsen zusammen

Wir hoffen ihr hattet alle erholsame Osterfeiertage. Wir haben die freie Zeit genutzt, um uns etwas genauer mit dem Thema Internet im Auto zu beschäftigen. Auf diesem Gebiet passieren derzeit spannende Sachen. Der Wunsch, das Auto mit dem WWW zu vernetzen, ist nicht neu, ernsthafte Ansätze existieren etwa seit 2010. So lange schon melden die neuesten Fahrzeugreihen von BMW oder Mercedes ihren Zustand übers Netz der Werkstatt, stellen sie gleichzeitig den Fahrzeuginsassen einen Hotspot bereit und erlauben die Routenverfolgung aus einer Firmenzentrale via Internet. Die Angebote nehmen seit Ende 2011 jedoch rasant zu, und ein Ende ist längst nicht in Sicht. Wenn erst einmal LTE mobil verfügbar ist – etwa ab dem dritten Quartal 2012 – zieht ein Büro komplett ins Auto um.

Voraussetzung: breitbandiges Funknetz

Es muss ein Netz mit HSDPA+ oder UMTS existieren, dann lohnt sich Internet im Auto wirklich. Die technischen Voraussetzungen sind inzwischen (fast) flächendeckend gegeben, seither nehmen die Cloud-Computing-Angebote für Fahrzeuge zu. Die Manager der Automobilfirmen wurden von der Entwicklung beinahe überrollt, denn noch im ersten Quartal 2011 gab es Expertenstimmen, die das Auto als weißen Fleck auf der Internetlandkarte betrachteten. Das stimmte schon zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ganz, inzwischen gehört eine Netzverbindung in Premiumfahrzeugen fast durchweg zum Standard. Eine weitere, wichtige Fahrzeugkategorie sind Lieferfahrzeuge und Fernlaster. Hier geht es um Routenmanagement und auch Diebstahlschutz, die Firmenflotten werden aus der Firmenzentrale via Internet lückenlos überwacht. Technisch ist das unproblematisch geworden, die Firmen nutzen gern hauseigene Dienste wie beispielsweise ConnectedDrive von BMW. Anfang 2012 emanzipiert sich die Zugangstechnik von den Automobilfirmen. Sie soll nun als frei verfügbare Technik im Aftermarket-Handel für jedermann erschwinglich und einfach nachzurüsten sein. UMTS Smartphones können die Basis bilden, die sich im Fahrzeug per USB oder Bluetooth mit der internen Elektronik verbinden und sowohl den Wagen zur Multimediazentrale machen als auch dessen Funktionen im Background an die Werkstatt funken. Damit wird die Sicherheit fortlaufend und automatisiert überwacht.

Cloud-Anwendungen für das Auto

Was im herkömmlichen Netz gerade zum Standard wird, lässt sich ebenso auf die Fahrzeuge übertragen – die Nutzung der Cloud. Sämtliche Dienste kommen aus der virtuellen Wolke, im Auto findet sich nur noch das intelligente Display inklusive Internet-Browser. Einige Spezialdienste gehören für die Anwendung im mobilen Verkehr zwingend dazu, vor allem die Spracherkennung. E-Mails werden vorgelesen, sie können im besten Fall mittels Sprache ebenso beantwortet werden. Die Tools gibt es alle schon, sie müssen nur noch so weit verfeinert werden, dass die Fehlerquote trotz der Umgebungsgeräusche in einem fahrenden Auto erträglich gering bleibt. Die Cloud ist bei diesen Anwendungen deshalb so bedeutsam, weil hier viel Rechenleistung benötigt wird. Diese steht in einem Pkw zwangsläufig nur begrenzt zur Verfügung, im Internet jedoch faktisch unbegrenzt. Ein schöner und gewollter Nebeneffekt der Cloud-Nutzung ergibt sich aus der Verkleinerung der Fahrzeug-internen Technik. Diese benötigt weniger Rechenleistung und wird dadurch sehr viel preiswerter. Sie stellt nur noch das Interface bereit, dieses jedoch mit einem breiten Leistungsspektrum. Voice-Using gehört ebenso dazu wie Musikerkennung, Social Networking, Telefonkonferenzen und Adressbücher. Das Navigationssystem wird selbstverständlich ebenso eingebunden, inklusive Wetter- und Staumeldungen sowie intelligenter, selbsttätiger Routenberechnung.

Natürlich interessiert es uns, was ihr von dieser Entwicklung haltet. Ist es erstrebenswert immer und überall vernetzt zu sein, auch im Auto? Oder sollte das Auto ein weißer Fleck auf der Internetlandkarte bleiben?

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