Gehaltsangabe – Bewerbung und Stellenanzeige

Das Thema Gehalt ist schon von Natur aus ein heißes Eisen, deshalb wollen wir euch heute in „Gehaltsangabe – Bewerbung und Stellenanzeige“ ein paar Infos dazu geben.

In den meisten Stellenanzeigen wird gefordert, dass man als Bewerber in der Bewerbung seinen Gehaltswunsch angeben soll. Doch gerade für Berufseinsteiger ist es alles andere als leicht den eigenen Marktwert richtig einzuschätzen und realistische Gehaltsforderungen zu stellen. Denn schließlich will man sich ja nicht mit völlig überzogenen Forderungen ins Aus katapultieren, aber natürlich auch genauso wenig unter Wert verkaufen.

Wenn in einer Stellenanzeige ausdrücklich nach der Nennung eurer Gehaltsvorstellungen gefragt ist, solltet ihr dies auch unbedingt in den Bewerbungsunterlagen tun. Es eignet sich dafür folgenden Satz am Ende des Anschreibens zu platzieren: „Meine Gehaltsvorstellungen liegen bei einem Bruttogehalt von X Euro pro Jahr.“ Ist die Angabe des Gehaltswunschs nicht gefordert, müsst ihr auch keinen angeben.

Um das geforderte Gehalt auf eine angemessene Höhe festzulegen, gibt es zwar unzählige Gehaltsvergleichsseiten auf denen man das Durchschnittsgehalt für seine Branche, Ausbildung usw. ermitteln kann, doch diese Angaben sind nicht immer repräsentativ. Im Freundes- und Bekanntenkreis herum zu fragen, ist auch nicht für jeden eine Alternative, denn viele reagieren auf das Thema Gehalt sehr verschlossen, frei nach dem Motto: „Über Geld spricht man nicht!“.
Und genauso geht es vielen Bewerbern in Vorstellungsgesprächen: sobald die Sprache auf die Gehaltsvorstellungen kommt, werden sie unsicher und nervös und versuchen ja nichts Falsches zu sagen.

Da wäre es doch eine Erleichterung für den gesamten Bewerbungsprozess, wenn das in der ausgeschriebenen Position zu verdienende Gehalt bereits in der Stellenanzeige angegeben werden würde. Außerdem würde dies sehr zur Transparenz des Arbeitsmarktes beitragen.
Genau das wünschen sich einer repräsentativen Studie der Jobbörse „monster.de“ zufolge 91 Prozent der Bewerber! Würde man die Personaler-Seite befragen, würden die Zahlen wohl ein bisschen anders aussehen, denn bei ihnen obliegt das sensible Thema Gehalt oft der Geheimhaltung.

In Österreich ist das, wovon die deutschen Bewerber noch träumen, bereits Wirklichkeit. Dort ist seit Anfang 2011 gesetzlich geregelt, dass jede Stellenanzeige eine Mindest-Gehaltsangabe enthalten muss. Noch ist diese lange nicht in allen Anzeigen zu finden, doch spätestens ab Januar 2012 wird sich das ändern: dann nämlich müssen Unternehmen, die keine Gehaltsangaben in ihren Stellenanzeigen machen, empfindliche Geldstrafen in Kauf nehmen. Das kollektiv-vertragliche Mindestentgelt müssen ab 2012 alle Unternehmen in Österreich, die mindestens 500 Mitarbeiter haben, angeben.
Es bleibt abzuwarten, ob es in Zukunft auch in Deutschland eine solche gesetzliche Regelung geben wird. Bisher ist sie jedoch leider nicht geplant. Hier geht den meisten Unternehmen eben doch Vertraulichkeit vor Transparenz.

Was meint ihr zu diesem Thema? Gehört auch ihr zu den 91 Prozent, die sich für die Angabe des Gehalts in Stellenanzeigen aussprechen? Seid ihr dafür, dass die österreichische Regelung auch in Deutschland eingeführt wird? Oder steht für euch die Vertraulichkeit von Geldangelegenheiten an erster Stelle?

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