Lustige Bewerbungen – Erfolgsgarant oder Schuss in den Ofen?

Habt ihr schon von Matthew Epstein gehört? Er hat sich für die lustige Bewerbung um seinen Traum-Job bei Google etwas ganz besonderes ausgedacht: er startete eine virale Martketing-Kampagne inklusive Webseite mit dem Namen googlepleasehire.me um sich selbst und seinen Schnurrbart vorzustellen. Das von ihm aufgenommene Video fand sofort eine riesige Fan-Gemeinde auf YouTube.com und bescherte seinem Blog astronomische Zugriffszahlen. Die Aufmerksamkeit, die er damit gewann, hätte nicht größer sein können. Hier könnt ihr sein Schnurrbart-Video auf YouTube.com ansehen.
Den Job bei Google konnte Matthew bei allem Erfolg leider nicht einheimsen, dafür hat er aber inzwischen in einem anderen Unternehmen seinen Traumjob gefunden und sich definitiv einen Namen gemacht!

Ist das also die neue Art der Bewerbung in Zeiten des Web 2.0? Oder kann eine Bewerbung auch zu kreativ sein? Reagieren Personaler auf lustige Bewerbungen vielleicht eher genervt als interessiert?
Grundsätzlich ist es natürlich immer gut, Aufmerksamkeit zu erregen und aus der Masse der Bewerber hervorzustechen. Doch nicht in allen Branchen ist eine individuelle sprich ausgefallene Bewerbung auch angebracht und erwünscht. Was für eine Bewerbung in der Medienbranche eine tolle Idee sein kann, muss in einer Bank nicht zwingend auf den gleichen Erfolg stoßen. Schlimmer noch, es könnte sein, dass ihr schlichtweg als unseriös eingestuft werdet und eure Bewerbung als untauglich aussortiert wird.

Lustige Bewerbungen, oft auch Guerilla-Bewerbung genannt, eignen sich hauptsächlich für die Kreativ-Branche und hier wiederum für Bewerber bis höchstens dreißig, die in den Bereichen Werbung, Marketing oder Design arbeiten wollen. Hier sind ja vom Berufsbild her kreative Fähigkeiten Vorraussetzung und diese können so schon in der Bewerbung praktisch präsentiert werden und es kann mit ungewöhnlichen Ideen gepunktet werden.
Eine tolle Sammlung kreativer Lebensläufe hat mashable.com. Hier haben Graphik-Designer ihr ganzes Können und Kreativität in ihre Bewerbungsunterlagen gesteckt und somit gleich Arbeitsproben mitgeliefert.
Doch auch in anderen Berufen kann im kleinen Rahmen die Bewerbung kreativ gestaltet werden: so kann ein Koch seine Bewerbung in einem Topf verschicken oder eine Moderatorin ein Video ihres Könnens auf YouTube.com posten und innerhalb ihrer Bewerbung auf dieses verlinken. Eine interessante, aber etwas teure Idee ist es auch, eine Plakatwand zu mieten und darauf seine Kontaktdaten und Job-Wünsche kund zu tun.
Im Grunde hängt viel von der Persönlichkeit des Personalers ab auf den eure Bewerbung trifft. Ist dieser offen für neue Ideen und versteht Spaß, dann kann es sein, dass ihr so euren Traumjob ergattert, weil ihr genau den richtigen Nerv trefft.
Trotz aller Kreativität und Individualität müssen aber natürlich die gängigen Regeln für eine Bewerbung beachtet werden:

  • Der Lebenslauf muss lückenlos nachvollziehbar sein
  • Es dürfen nur eigene Ideen verwendet werden
  • Daten und Infos zu eurer Person müssen korrekt und klar erkennbar sein

Es ist eben wichtig, dass die Art der Bewerbung zur Art des Unternehmens und zu Art des Jobs passt.

Was haltet ihr von der lustigen Bewerbung? Wäre das auch was für euch oder denkt ihr, dass solche Erfolge wie bei Matthew Epstein Ausnahmen sind?
Unserer Meinung nach passen kreative lustige Bewerbungen nur sehr bedingt in die Ingenieurbranche und können nur dann eventuell eine Option sein, wenn der Job zwar innerhalb der Ingenieurbranche ist, der Job an sich aber eher im Kreativ-Bereich angesiedelt ist, also zum Beispiel wenn ein großer Automobil-Konzern einen Social-Media-Manager sucht.
Und vergesst nicht: sich durch eine formal und inhaltlich perfekte und interessante Bewerbung von anderen abzuheben, kommt immer gut an! 🙂

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