Selbstanalyse – Wie geht das?

Kritisch-konstruktiver Blick in den Spiegel

Für eine Bewerbung, die zum Ziel führen soll, ist es wichtig, dass du deine Fähigkeiten kennst: Wer bin ich, was kann ich? Ausgestattet mit diesem Wissen, kannst du in einer Bewerbung immer inhaltlich argumentieren und nicht bloß formell: statt bloß zu behaupten, was du getan hast, kannst du sagen, wie du etwas getan hast – für deinen zukünftigen Arbeitgeber (und damit für dich) von unschätzbarem Wert!

Potential: die Summe dessen, was du kannst und kennst

Können allein ist nur die eine Seite deiner Medaille. Abgerundet und erweitert wird es durch dein Potential. Potential ist die Summe dessen, was dir an Wissen und Können zur Verfügung steht.
Ein Beispiel: du hast erste Berufserfahrung im Vertrieb eines Maschinenbauherstellers gesammelt, bist also Vertriebler. Aber was genau hast du gemacht? Deinen zukünftigen Chef interessiert weniger die Überschrift „Vertriebsmitarbeiter“ –  ihn interessiert der Inhalt deiner Arbeit. Das schreib’ auf und zwar so detailliert und systematisch wie möglich. Extrem wichtig: notiere die Antworten auch für Zeiten, in denen du in anderen Berufen oder Unternehmen gearbeitet hast. Stichpunkte genügen. Zieh’ alte Bewerbungen, Stellenbeschreibungen und besonders deine Zeugnisse zu Rate – hier steht, was du wann gemacht hast.

Checkliste – Potential

  • Welchen Beruf übe ich momentan aus?
  • Welche Tätigkeiten gehören zu meinen Aufgaben?
  • Erfülle ich Spezialaufgaben?
  • An welchen Projekten war ich beteiligt?

Investition in Weiterbildung

Lifelong learning – lebenslanges Lernen ist uns als Begriff schon längst in Fleisch und Blut übergegangen. Welche Weiterbildungschancen hast du genutzt? Hier kannst du Punkte sammeln, aber bleib’ auf dem Teppich! Ein Abendkurs bei der VHS macht dich noch nicht zum Excel-Spezialisten, dass dein Unternehmen SAP einsetzt, macht dich noch nicht zum Crack! Gib genau an, wie gut du die Materie kennst. Für einen zukünftigen Arbeitgeber wird daraus erkennbar: das Erreichte genügt dir nicht – er interpretiert das als Ehrgeiz, Initiative und Eigenmotivation. Punkt für dich.

Checkliste – Weiterbildung

  • Welche Fachzeitschriften liest du?
  • Nimmst du an Messen teil oder an Tagungen?
  • Hast du dich selbst um Weiterbildung gekümmert?
  • Hast du vielleicht Weiterbildung im Betrieb angeregt?
  • Hast du an betriebsinternen Schulungen teilgenommen?
  • Hast du eventuell selbst Kurse geleitet und dein Wissen mit anderen geteilt?

Engagement im Privaten

Der Tag hat 24 Stunden, sieben verschläfst du, bleiben siebzehn. Die opferst du natürlich nicht nur dem Betrieb, du bist auch „Privatmensch“. Was machst du mit dieser Zeit? Was machst du aus dieser Zeit? Hast du ein Hobby? Wenn ja: Wie hat es dich verändert? Hast du jetzt gestutzt, als du das Wort gelesen hast: verändert? Ja, verändert! Das Kennzeichen von Lernen ist: Veränderung! Wenn du was gelernt hast, bist du nicht mehr derselbe! Aus dem Sammeln von Briefmarken resultieren Geschichtskenntnisse, aus dem Joggen leitet sich Gesundheitswissen ab, Online-Poker kann die analytischen Fähigkeiten steigern …Du siehst, was wir meinen: zieh’ deinen Nutzen aus dem, was du tust.

Von der Selbstanalyse zur Selbsteinschätzung: Stärken erkennen

Vor dir liegt jetzt ein beeindruckendes Dokument mit all deinen Kenntnissen und Fähigkeiten – und nun? Mindestens zwei Ergebnisse kann diese Selbstanalyse für dich leisten:
• Auf dieser Liste steht nichts von dem, was du gerne hättest – sie beschreibt dein „Ist“! Sie befreit dich von Wunschdenken – und schützt dich zugleich davor.
• Dieses Dokument ist dein Navigationsgerät: du kannst jetzt leicht und rasch abgleichen, ob eine Stelle für dich tatsächlich in Frage kommt.

Zusammenfassung der Selbstanalyse

Selbstanalyse tut not – sie ist das Korrektiv zum Wunschdenken. Wunschdenken hat bei einer Bewerbung nichts verloren. Mit einer Selbstanalyse nimmst du das vorweg, was dein Gegenüber auf der Unternehmerseite machen wird: er analysiert, ob das, was du mitbringst, auch das ist, was das Unternehmen braucht.

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