Vorstellungsgespräch – Schlechte Noten, was nun?!

Natürlich seid ihr durch unsere Bewerbungstipps schon richtige Bewerbungsprofis geworden, denen in Sachen Bewerbung keiner was vormachen kann 🙂

Doch was tut man, wenn die besten Bewerbungsunterlagen durch unschöne Noten „verschandelt“ werden und im Vorstellungsgespräch schlechte Noten ein Thema werden?
Eine Prüfung zu versauen und dadurch eine schlechte Note zu kassieren, das kann jedem mal passieren und bedeutet natürlich nicht gleich das karriere-mäßige Abstellgleis, kann aber schon mal zu unangenehmen Fragen seitens des Personalers während des Vorstellungsgesprächs führen.

Also, wie geht ihr souverän mit diesen Fragen um? Und wie verpackt ihr sie schon in der Bewerbung so, dass ihr trotzdem zu einem Gespräch eingeladen werdet?
Grundsätzlich müsst ihr euch bei jeder schlechteren Note auf Fragen danach gefasst machen und entsprechend vorbereiten. Nicht ist schlimmer als wenn euch diese Frage total überrascht und ihr nur irgendwelche fadenscheinigen Gründe und Ausreden stammelt. Vergesst außerdem nicht: wenn eure Noten ein absolutes K.O.-Kriterium wären, wärt ihr erst gar nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden.

Dinge, die ihr im Vorstellungsgespräch und bei der Bewerbung bei der Frage nach schlechten Noten beachten solltet:

  • Nicht die Schuld anderen zuschieben! Wenn ihr die Schuld an eurer schlechten Note einem Lehrer oder Dozenten in die Schuhe schiebt, macht ihr auf den Personaler automatisch den Eindruck, ihr könntet keine Verantwortung für eure Fehler übernehmen und wälzt Negatives lieber auf andere ab, als selbst dafür gerade zu stehen. Keine besonders teamfähige und kollegiale Haltung!
  • Keine trotzige Rechfertigung! Fragt der Personaler nach euren schlechten Noten, will er ja nicht euch persönlich angreifen, sondern lediglich herausfinden, ob diese ein begründbarer Ausrutscher waren oder es an eurer grundlegenden Arbeitseinstellung liegt. Bleibt also ruhig, erklärt plausibel die Gründe und zeigt auch auf welche Konsequenzen ihr aus diesen Noten gezogen habt und wie ihr es dann besser gemacht habt/machen werdet. Ein sachlicher Umgang mit der Frage nach schlechten Noten zeigt dem Personaler eure Kritikfähigkeit.
  • Keine Gründe wie „Faulheit“ oder ähnliches angeben! Wenn ihr die schlechte Note mit eurer mangelnden Motivation oder übermäßigen Faulheit begründet, bekommt der Personaler leicht den Eindruck, dass dies eure grundlegende Arbeitseinstellung ist. Und wer will schon einen faulen Mitarbeiter, der sich nicht zum arbeiten motivieren kann.
  • Schwächen zugeben und auf Stärken hinweisen! Steht ehrlich zu euren schlechten Noten, liefert plausible Gründe dafür, die sich nicht nach billigen Ausreden anhören. Zeigt im gleichen Atemzug aber auch auf, wie ihr daraus gelernt habt und was ihr verbessert habt. Erklärt logisch, welchen Nutzen ihr daraus für eure Weiterentwicklung ziehen konntet (z.B. Verbesserung eures Zeitmanagements, bessere Strukturierung von Wissen).
  • Vorsicht bei großen Firmen und Online-Bewerbungsformularen! In sehr großen Firmen wird von der Personalabteilung eine Vorauswahl der Bewerber getroffen und da dort meistens eine Vielzahl an Bewerbungen eingeht, sind hier die Chancen mit schlechten Noten zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden eher nicht so rosig. Ist also eure Abschluss-Note eher nicht so gut, habt ihr bei einem mittelständischen Unternehmen vielleicht bessere Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Seid auch vorsichtig bei Online-Bewerbungen, wo die Noten in vorgefertigte Formulare eingetragen werden sollen: hier trifft oft schon das System selbst eine Vorauswahl und Bewerber mit schlechten Noten werden „aussortiert“. Gebt also hier keine Noten an, sondern sucht lieber den Kontakt zum Unternehmen durch einen persönlichen Anruf in dem ihr eure Kompetenzen darlegt.
  • Nicht nur die Noten zählen! Noten sind zwar meist ein Indikator für euren Wissensstand und für eure Lernbereitschaft, sie sind jedoch nicht alles. Und jeder kann einmal einen schlechten Tag haben und sich durch eine misslungen Prüfung die gesamte Note verderben, obwohl er ansonsten passable Leistungen abgeliefert hat. Personalern ist das durchaus bewusst und sie gewichten Berufserfahrung, soziales Engagement und soziale Kompetenzen oft genauso hoch oder höher als Noten. Lasst euch also nicht verrückt machen, sondern hebt lieber eure Stärken hervor. Außerdem kommt es natürlich immer darauf an in welchem Bereich ihr euch bewerbt: dass ein Ingenieur keine 1 in Französisch vorweisen muss (außer es geht um eine Stelle in Frankreich ;-)), sondern stattdessen gute Mathe-Noten haben sollte, versteht sich fast von selbst.

Es kommt also wie immer darauf, dass ihr euch im Vorstellungsgespräch und in der gesamten Bewerbung möglichst gut verkauft und eure Stärken so präsentiert, dass sie eure Misserfolge überstrahlen. Dann kommt ihr bestimmt an euren Traumjob!

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2 Antworten

  1. Noten sind immer ein sehr heikles Thema vor allem bei den Bewerbern selbst. Natürlich ist auch der beworbene Job ausschlaggebend. Ein Handwerker kann sicherlich mit qualitativer Arbeit mehr punkten, wie mit Noten. Im Management sieht es da wieder anders aus. Obwohl auch dort nicht unbedingt die guten Noten auf Intelligenz schließen lassen. Das lehrt mich zumindest immer wieder die Erfahrung.

  2. Kathi sagt:

    Ich gebe Sven Recht. Bei uns im Unternehmen zählen vor allem praktische Erfahrungen. Deshalb richten wir unser Hauptaugenmerk auch auf Praktikumszeugnisse. Diese sagen oftmals mehr über Fachkenntnisse, Motivation, Interessen und Engagement eines Bewerbers aus, als (Hoch-) Schulzeugnisse.

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