Nationale Plattform Elektromobilität

In den nächsten Wochen wollen wir uns thematisch dem spannenden und zukunftsträchtigen Thema ‚Elektromobilität‘ widmen. Näher beschäftigen wollen wir uns mit neuesten Technologien und Materialien und natürlich auch damit, wie ihr euch für diesen Arbeitmarkt am besten qualifizieren könnt.

Wir starten heute mit dem Leitartikel zur Nationalen Plattform Elektromobilität:

Die NPE – Nationale Plattform Elektromobilität – ist ein Gremium aus Spitzenvertretern von Industrie, Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften und Verbänden, das die Bundesregierung bei Fragen zur Elektromobilität berät. Auf Initiative der Regierung wurde die NPE am 3. Mai 2010 ins Leben gerufen, nach Vorgängerprojekten trafen sich an diesem Tag die beteiligten Vertreter mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel und beschlossen förmlich die Neugründung der Plattform. Deren Ziel besteht in einem Innovationsschub, durch den Deutschland bis zum Jahr 2020 auf dem Gebiet der Elektromobilität gleichermaßen zum Leitmarkt und Leitanbieter wird.

Koordinierung und Förderung der NPE

Eine Gemeinsame Geschäftsstelle der Regierung Elektromobilität (GGEMO) koordiniert die Fördermittel des Bundes in Höhe von 500 Millionen Euro. Die GGEMO und die NPE arbeiten eng zusammen. Vorangegangen ist das integrierte Klima- und Energieprogramm der Regierung (IEKP) aus dem Jahr 2007, im Jahr 2008 fand die Nationale Strategiekonferenz Elektromobilität statt, auf der Maßnahmen konkretisiert wurden. Die ersten Förderprogramme waren Bestandteil des Konjunkturpaketes II aus dem Jahr 2009, auch die Industrie verpflichtete sich zur Bereitstellung von 360 Millionen Euro. Diese werden in die Entwicklung von Lithium-Ionen-Akkus investiert, die nach gegenwärtigem Stand der Forschung eine sehr aussichtsreiche Technologie bei der Umsetzung elektromobiler Verkehrsvarianten darstellen. Fördermittel des Bundes kommen von insgesamt fünf Bundesministerien:

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  • Wirtschaft und Technologie (BMWi)
  • Verkehr, Bau, Stadtentwicklung (BMVBS)
  • Umwelt, Naturschutz, Reaktorsicherheit (BMU)
  • Bildung, Forschung (BMBF)
  • Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz (BMELV)

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Die Koordination erfolgt jeweils durch die Projektträger der Ministerien, beim BMU ist das beispielsweise der VDI/VDE-IT.

Entwicklung zur Nationalen Plattform Elektromobilität

Ein Vorläuferprojekt der NPE ist unter anderem das von Bundesforschungsministerin Annette Schavan im Jahr 2009 eröffnete Forum Elektromobilität bei der Fraunhofer-Gesellschaft. Es wurde dort in die Systemforschung integriert und soll seither die Forschung aller 33 Fraunhofer-Institute auf dem Gebiet der Elektromobilität koordinieren und mit der Industrie verzahnen. Zentrale der Systemforschung ist das Darmstädter Fraunhofer-Institut, bis 2011 wurde dieses Forum mit 30 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt (Konjunkturpaket II) gefördert. Die Kanzlerin erklärte die Elektromobilität zunehmend zur Chefsache, im Februar 2010 wurde die Gemeinsame Geschäftsstelle (GGEMO) eingerichtet, die schließlich zur Gründung der NPE führte. Die Industrie ging ihrerseits Verpflichtungen ein, es wurden branchen- und firmenübergreifende Arbeitsgruppen eingerichtet, der Verband Elektrotechnik/Elektronik/Informationstechnik (VDE) fungiert als Schaltstelle für die technische Abstimmung. Vom VDE gehen auch die Zwischenberichte zum Stand der Entwicklung an die Bundesregierung. In diesen Berichten werden die Entwicklungsmöglichkeiten präzise beschrieben, auch der Umfang der nötigen Förderung konnte weiter konkretisiert werden. Die Industrie setzt voraus, dass sich die Fördermaßnahmen fortsetzen, aus welchen Mitteln auch immer, da sich sonst das anvisierte und propagierte Ziel von einer Million Elektroautos auf deutschen Straßen bis 2020 nicht realisieren lässt.

Aufgaben der NPE

Innerhalb der Nationalen Plattform Elektromobilität existieren sieben Arbeitsgruppen, die jeweils rund 20 Vertreter umfassen. Ein Lenkungskreis koordiniert die Arbeitsgruppen, er besteht aus deren Vorsitzenden und Vertretern der Bundesregierung. Die Kernaufgabe der NPE besteht in der Erarbeitung konkreter Vorschläge, mit denen der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität umgesetzt werden kann. Schwerpunktthemen sind hierbei:

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  • Antriebstechnologie
  • Batterietechnologie
  • Ladeinfrastruktur und Netzintegration
  • Standardisierung und Zertifizierung
  • Materialien und Recycling
  • Nachwuchs und Qualifizierung
  • Rahmenbedingungen

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Mitglieder der NPE kommen aus vorwiegend aus der Regierung und der Industrie, Verbände, Gewerkschaften und Wissenschaft schickten als Vorsitzende jeweils einen Vertreter in das Gremium (unter anderem Berthold Huber von der IG Metall). Die Regierung ist auf Staatssekretärsebene vertreten, adäquat schickt die Industrie Manager aus dem Kreis der zweiten bis dritten Führungsebene in die NPE.

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