Doktortitel für Ingenieure – Ja oder Nein?

Wenn man ein Studium, das einen zum Ingenieur macht, erfolgreich abgeschlossen hat, stellt man sich unweigerlich die Frage, wie es jetzt weitergeht. Die meisten Absolventen entscheiden sich, so schnell wie möglich ins Berufsleben einzusteigen und sich einen festen Job in einem tollen Unternehmen zu sichern. Doch circa 5,5 Prozent der Absolventen gehen einen anderen Weg: sie entscheiden sich für eine Promotion um den Grad eines Doktors zu erlangen.

Gründe für einen Doktortitel
Durch eine Promotion lernt man ein bestimmtes wissenschaftliches Thema richtig gut und intensiv kennen. So gut wie alle Wege für eine spätere Karriere in Wissenschaft oder Wirtschaft öffnen sich.Außerdem zeigt ein Doktortitel, dass man fähig ist zur selbständigen Aneignung von Wissen, zu wissenschaftlichem und selbstorganisiertem Arbeiten. So haben promovierte Ingenieure während ihrer wissenschaftlichen Arbeit bereits gelernt, fachlich schwierige Problemstellungen zu meistern, ihr Projekt zu vertreten und externe Mittel dafür aufzutreiben. Das bringt ihnen einen klaren Vorteil auf dem Arbeitsmarkt, wo solche Kompetenzen sehr gefragt sind.Des Weiteren verdienen Ingenieure mit Doktortitel laut VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.) bereits beim Einstieg bis zu 25 Prozent mehr als ihre nicht promovierten Kollegen.

Welche Nachteile auftreten können
Doch mit diesem höheren Einkommen geht auch eine erhöhte Erwartungshaltung gegenüber Ingenieuren, die einen Doktortitel haben, einher.Außerdem ist die jahrelange Forschungsarbeit oft mühevoll und aufreibend. Und wenn man dann in ein Unternehmen eintritt, sind die Ingenieure ohne Doktortitel ja schon einige Jahre etabliert und haben sich ihre Position gesichert. Oft werden Promovierte dann als der wirtschaftlichen Realität ferne Theoretiker abgestempelt. Des Weiteren muss ein promovierter Ingenieur erst einmal ein Unternehmen finden, dass ihm die Bedingungen bieten kann, die er aufgrund seiner Promotion erwarten kann.

Grundsätzlich gilt, je kunden- und produktorientierter man nach seinem Abschluss arbeiten will, desto unwichtiger ist ein Doktortitel.
Man sollte sich vor seiner Entscheidung also klar werden, in welchem Bereich man als Ingenieur arbeiten will, welche Position man anstrebt und sich dann schlau machen, welcher akademische Grad dafür gefordert bzw. sinnvoll ist.

Was denkt ihr: macht ein Doktortitel für Ingenieure Sinn oder ist es verschenkte Zeit?

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