Vom Techniker zum Ingenieur mit dem Studium zum Systemtechniker

Vom Techniker zum Ingenieur ohne Abitur?

Ein neuer Studiengang an der Hochschule Regensburg macht dies seit dem letzten Wintersemester möglich. Vielleicht zählt Ihr auch zu der Vielzahl an Technikern und Meistern, die sich weiterbilden und eine berufliche Zukunft als Ingenieur anstreben möchte, bisher jedoch aufgrund des fehlenden Bildungsangebots darauf verzichten musste. Dann habt Ihr nun die Chance dazu. War ein Studium zum Ingenieur ohne entsprechenden Nachweis des Abiturs lange Zeit undenkbar, so gibt es in Bayern mittlerweile mehrere berufsbegleitende Studiengänge, die eben dies ermöglichen, darunter seit Kurzem das Studium der Systemtechnik in Regensburg. Durch dieses Studienangebot soll das Potential motivierter, leistungsstarker Facharbeiter ausgeschöpft und der steigende Bedarf der Unternehmen an gut ausgebildeten Ingenieuren gedeckt werden.

Welche Voraussetzungen gilt es zu erfüllen und was erwartet einen überhaupt?

Der neue Studiengang Systemtechnik richtet sich sowohl an Interessenten mit Abitur als auch an Berufstätige, die nicht über eine entsprechende Hochschul- oder Fachhochschulreife verfügen. Bedingung ist allerdings eine absolvierte Ausbildung in der Metall- oder Elektrobranche.

Bei der Entscheidung für ein solches, berufsbegleitendes Studium ist in jedem Fall der ausgeprägte Lern- und Zeitaufwand zu bedenken, denn trotz des berufsbegleitenden Charakters handelt es sich um ein vollwertiges Studium mit entsprechendem Anspruch, das die Freizeit neben der beruflichen Tätigkeit deutlich einschränkt. Während der Regelstudienzeit von neun Semestern, in denen Studieninhalte aus den Bereichen Mathematik, Mechatronik und Physik auf einen warten, muss dies in Kauf genommen werden, ebenso wie die anfallenden Studiengebühren von rund 2.000 Euro pro Semester.

Zugleich gibt es jedoch auch Unterstützungsmöglichkeiten wie etwa durch Siemens. Der Technologiekonzern übernimmt bei geeigneten Kandidaten die Gebühren und bietet eine reduzierte Wochenarbeitszeit von vier Tagen an.

Weitere Angebote sollen folgen

Im Oktober hat der neue Studiengang mit mehr als 20 angehenden Systemingenieuren begonnen, trotz des anfänglich eher zögerlichen Eingangs von Bewerbungen. Von Seiten der Politik wird ein solches Angebot in jedem Fall begrüßt. Neben den bis dato bereits fünf existierenden, berufsbegleitenden Studiengängen sind zum Wintersemester insgesamt acht weitere an den Hochschulen Bayerns gestartet. Auch in Zukunft hat es sich die bayerische Hochschulpolitik laut Aussage des Wissenschaftsministeriums zum Ziel gesetzt, das Weiterbildungsangebot für beruflich Qualifizierte ohne Abitur zu vergrößern. Auf positive Resonanz trifft dieses Vorhaben nicht nur bei Berufstätigen, denen ein Ingenieursstudium bisher verwehrt geblieben ist, sondern auch in der Wirtschaft, wie das Beispiel Siemens zeigt. Nicht nur dort zeigt man sich angesichts des Mangels an Ingenieuren von den neuen Studienangeboten begeistert.

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